Alle einsteigen in die neue Mobilität

Mobilität ist wichtig für unser Leben und Wirtschaften und wir müssen es schaffen, bis spätestens 2030 klimaneutral zu werden. Ein wichtiger Baustein ist der öffentliche Personennahverkehr. Für Kemmern heißt das: Busfahren muss für die Bürger*innen einfacher werden. Der Landkreis Bamberg überplant ab 2020 das gesamte Busliniennetz. Hier wollen wir aktiv mitarbeiten. Denn derzeit gilt in Kemmern: Nur wer muss, fährt Bus.

Vor allem im Schulbusverkehr sollte sich möglichst schon zum nächsten Fahrplanwechsel an der Taktung und der Linienführung einiges verbessern. Wir wollen die Schüler*innen fragen: Wie gut kommt ihr mit dem Schulbusangebot nach Breitengüßbach, Scheßlitz und Bamberg klar? Ein Bus, der in der Praxis von Bamberg nach Kemmern für gut 8 Kilometer manchmal über 45 Minuten braucht, ist ganz gewiss unattraktiv. Und wer als Schüler*in schlechte Erfahrungen mit dem Busfahren gemacht hat, will so schnell als möglich aufs Auto umsteigen.

Ein erster Schritt ist, an den Bushaltestellen aktuelle Fahrpläne zu haben, auch an den Haltestellen in Bamberg, und den Bürger*innen das jetzige Busangabot verständlich zu machen. Dazu müssen in der Fahrplanauskunft die verschiedenen Haltestellen in Kemmern miteinander vernetzt sein. Testen Sie einfach mal selbst unter www.vgn.de oder www.bahn.de wie gut Sie klar kommen, wenn Sie als Start Kemmern und als Ziel Bamberg eingeben.

Zuerst müssen wir den ÖPNV für alle, die ihn heute nutzen müssen, qualitativ besser und leichter nutzbar machen. Dann müssen wir die finden, die eigentlich Bus fahren wollen, es aber nicht tun und herausfinden, wie wir das Angebot verbessern können. Und die zurück holen, die das Busfahren in den letzten Jahren aus Frust aufgegeben haben. Und schließlich bei allen den ÖPNV als Möglichkeit in die Köpfe bekommen. Die Verkehrsentwicklung zeigt: es ist im Interesse der Stadt, dass das Land einen guten ÖPNV bekommen.

Unser Ziel ist es, dass der öffentliche Personennahverkehr zu einer verlässlichen, attraktiven und bezahlbaren Alternative wird. Damit schützen wir das Klima und ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben. Mit Car-Sharing vor Ort ermöglichen wir Teilhabe und schonen Ressourcen.

Transparenz in der Gemeindearbeit

Unterstützen Sie mit Ihrer Stimme unsere Forderungen, damit alle Gemeinderatsmitglieder in Kemmern Zugang zu wichtigen Informationen haben. Mit dem jetzigen Mehrheitsverhältnis ist ein offener Dialog und eine aktive Mitarbeit im Gemeinderat schwierig. Wir fordern daher:

  1. Ein generelles Akteneinsichtsrecht für alle Gemeinderät*innen. In vielen bayerischen Gemeinden bereits üblich. Derzeit mit Beschluss vom 19.03.15 abgelehnt.
  2. Die schriftliche Zustellung der Niederschriften der nicht-öffentlichen Sitzungen an die Gemeinderatsmitglieder. Derzeit mit Beschluss vom 23.02.17 abgelehnt.
  3. Eine moderne und informative Internetseite, am besten gleich mit einem Ratsinformationssystem und Redaktionszugängen für Bücherei, KiTa, Feuerwehr, Vereine, u.a.
  4. Möglichst viele Themen in öffentlicher Sitzung zu behandeln.
  5. Die Wiederzulassung digitaler Medien in den Gemeinderatssitzungen. Zuletzt abgelehnt durch Beschluss vom 23.05.19.
  6. Die rechtzeitige Zustellung wichtiger Unterlagen mit der Einladung zur Sitzung. Z. B. wurde das umfassende Dokument für das „Mehrgenerationenprojekt“ erst unmittelbar in der Sitzung vorgelegt.

Wir möchten, dass in der Geschäftsordnung des neuen Gemeinderates diese und weitere gerechtfertigte Forderungen festgeschrieben werden.

Volle Energie fürs Klima

Klimaschutz ist weit mehr als E-Autos oder Solaranlagen. Wenn wir unsere Verantwortung für den Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir vor allem die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken. Daher schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

1. Den von der Bayernwerk AG angebotenen Opens external link in new windowEnergiemonitor öffentlich machen, als Ansporn, die Produktion lokaler Energie zu steigern.

2. Die Anstrengungen des Landkreises für Radfahren als Alternative im Opens external link in new windowAlltagsverkehr vor Ort umsetzen. Das heißt für Opens external link in current windowKemmern: sichere und gut befahrbare Radwege schaffen. Gut nutzbare Radabstellanlagen einrichten. E-Lastenräder zum Ausleihen anbieten.

3. Auch die Wege, die nicht im Ortskern liegen, mit einem Sofortprogramm fußgänger- und rollatorfreundlich gestalten und Konfliktstellen mit dem Autoverkehr entschärfen.

4. Die von Bürger*innen gestartete Initiative für eine Sicherung und Verbesserung der Opens external link in new windowNahversorgung in Kemmern durch die Gemeinde aktiver unterstützen.

5. Die in Kemmern ansässigen Dienstleister und Betriebe mit einer aktiven Wirtschaftspolitik im Ort halten.

6. Bei Neubauten und Sanierungen die Nutzung, Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien mit vorsehen. Wir haben Fachleute mit dem notwendigen Know-how dafür in der Region!

7. Mit Bodenschutz und Humusaufbau können Landwirte und Waldbesitzer in Kemmern finanziell vom CO2-Speicherungsmarkt profitieren.

8. Klimaschutz als zentrales Ziel der kommunalen Entwicklung im Gemeinderat beschließen und bei allen Entscheidungen berücksichtigen.

Erneuerbare Energien

Über "Solarstrom im Haus" informierte Horst Ebitsch (Seniorchef des gleichnamigen Solarstrompioniers aus Zapfendorf) beim grünen Ortsplenum am 30. Oktober 2019 in der Brauerei Wagner. Der Vortrag reichte von der typischen Photovoltaikanlage auf dem Dach über Stromspeicher und E-Mobilität bis hin zu Doppelglasmodulen für Wintergärten und Carports. Sein Fazit: Photovoltaik vor allem in Kombination mit einem Stromspeicher bietet die Möglichkeit, sich vom stetig steigenden Strompreis unabhängig zu machen. Denn die einmal installierte Anlage liefert Strom zum Festpreis für mindestens 25 Jahre.

Abb. 1: Horst Ebitsch referiert im Nebenraum der Brauerei Wagner
in Kemmern über "Solarstrom im Haus" - Foto: O. Dorsch

 

Da das Geld derzeit günstig zu bekommen ist, war Umwelt schützen und Geld verdienen noch nie so einfach. Zumal sich auch die Technologien stetig weiterentwickelt haben und noch weiter entwickeln. So sind mittlerweile auch Anlagen auf nach Osten oder Westen ausgerichteten Dächern möglich und sogar Norddächer sind kein Tabu mehr. Durch transparente Rückseiten gibt es Module, die auch das vom Untergrund zurückgestrahlte Licht nutzen können. Diese können z. B. auch als Terrassenbeschattung oder Carportdach eingesetzt werden. Und besonders leichte Konstruktionen können auch auf evt. statisch eingeschränkten Dächern eingesetzt werden.

Abb. 2: Solarpanels auf einem Dach in Kemmern - Foto: Ebitsch Solartechnik

 

Auch bei den Speichern gibt es Vielfalt. Neben den bekannten Lithium-Ionen-Speichern stellte Horst Ebitsch in Österreich entwickelte Salzwasserspeicher vor. Diese brauchen mehr Platz, sind aber absolut umweltfreundlich und können z. B. gut im Keller aufgestellt werden.

 

Abb. 3: Salzwasserspeicher GREENROCK - Foto: Ebitsch Solartechnik

 

Dass die klimafreundliche, dezentrale Energieversorgung politisch immer noch nicht gewollt ist, zeigt die unverständliche Regelung, dass seit 2014 sogar auf den selbst erzeugten und selbst genutzten Strom eine Abgabe gezahlt werden muss. Dies belastet die privaten Haushalte genauso wie kleine und mittlere Unternehmen. Die mit der Sonne erzeugte Strommenge ist in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gedeckelt. Mehr Infos dazu https://www.gruene-bundestag.de/themen/energie

Anhand eines konkreten Beispiels aus Kemmern wurde gezeigt, dass mit einer Photovoltaikanlage von ca. 55 qm und einem 13,5 kWh-Batteriespeicher über 90% des Strombedarfs eines 4-Personen-Haushalts gesichert werden können. Übers Jahr gesehen, reicht die erzeugte Energie in 11 von 12 Monaten für den eigenen Verbrauch und es kann sogar noch Strom ins Netz verkauft werden. Die Anlage ist nach ca. 10 Jahren amortisiert.

Was uns interessiert: Wie viel erneuerbare Energien werden in Kemmern heute schon erzeugt? Das zeigt der Energiemonitor von bayernwerk z. B. schon für Eggolsheim. Wir wollen den Energiemonitor von bayernwerk auch für Kemmern sehen.

 

 

 

 

 

Lieblingsorte schaffen

Was in Kemmern derzeit fehlt ist eine altersgerechte, offene Jugendarbeit und ein attraktiver Jugendtreff. Um herauszufinden, was junge Leute in Kemmern brauchen, wollen wir regelmäßig Jugendkonferenzen bzw. Jugendsprechstunden oder sogar einen Kinder- und Jugendrat einrichten.

Die notwendige Sanierung der Schulsportanlagen bietet die Chance, das Schulgelände nach den Grundsätzen der Umweltbildung neu zu gestalten. Naturerlebnisorte statt Betonplatten nach dem Motto „Raus in die Natur, rein ins Leben“ sollte das Ziel sein. Und zwar unter aktiver Mitwirkung der Erwachsenen und Kinder.

Wir setzen auf Innenentwicklung und wollen in Kemmern wieder mehr Orte, an denen Menschen gerne zusammenkommen. Wie können bestehende Gebäude modern saniert werden? Wir wollen eine offene Diskussion darüber führen, wie und wo wir in Kemmern nachhaltig bauen wollen und können. Welchen Wohnbedarf haben wir heute und welchen in 20 Jahren?

„Heimat ist da, wo Gemeinschaft erfahrbar ist und wo ich einen Platz zum Leben habe. Dafür braucht es Orte der Begegnung, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden.“ Dr. Anne Schmitt

In den Kemmerner Vereinen stellen Ehrenamtliche jedes Jahr ein beeindruckendes Angebot auf die Beine. Und auch das private Engagement zum Beispiel in der Seniorenarbeit oder der Integration ist mehr als vorbildlich. Mit einem neuen Internetauftritt der Gemeinde wollen wir diese tollen Angebote besser darstellen und durch ein Ehrenamtsmanagement Unterstützung anbieten.

 

 

Der grüne Hof des sanierten Anwesen in der Mittelstraße konnte am Tag der offenen Gartentür 2016 besichtigt werden. Foto: Thomas Ochs

Verantwortung für Natur und Landschaft

Ob Mohnbiene, Eisvogel, Knoblauchkröte, Feldhase, Lärche, Rebhuhn, Fasan, Schwanenblume, Prachtlibelle, Ringelnatter, Hecht oder der sprichwörtliche Kemmerner Kuckuck. In der Kemmerner Flur sind viele Tiere zu Hause.

Doch wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, merkt auch bei uns: Wir müssen jetzt unser Naturerbe bewahren. Damit auch unsere Kinder und Enkelkinder im Kemmerner Wald Hirschkäfer sehen, auf den Feldern Kamille riechen, im Main Fische beobachten und im Frühling den Kuckuck rufen hören können. Das ist unser aller Verantwortung.

Dabei ist weder das einfache „Weiter so!“ noch das Überstülpen von Verboten eine Lösung. Doch wir können uns anschauen, welche Ideen andere Gemeinden haben und gemeinsam mit Fachleuten diskutieren, was für die Menschen und Gegebenheiten hier geeignet ist.

Wir können regelmäßig darüber informieren, wie es Mohnbiene & Co. in Kemmern eigentlich geht. Wir können mit Umweltbildung für Jung und Alt die Natur um uns herum begreifbar machen. Und auf kommunalen Flächen und bei Vorhaben wie der Ertüchtigung des Hochwasserschutzes oder der Neugestaltung des Schulgeländes beispielhaft voran gehen.

Es ist nicht unsere Aufgabe, die Vergangenheit zu verwalten, sondern wir haben gemeinsam die Verantwortung, das Hier und Jetzt zu gestalten. Das gilt gerade auch für die historische Kulturlandschaft der Kemmerner Flur.

"Leben lassen" sagt der Kauz auf den Wahlplakaten. Durch seine Lage im Maintal und im Naturpark Haßberge hat Kemmern eine besondere Verantwortung für Natur und Landschaft.

Wir wollen es genau wissen

Initiates file downloadFragebogen ausdrucken, ausfüllen und in den Briefkasten einwerfen bei: Anne Schmitt und Thomas Ochs, Mittelstraße 6, 96164 Kemmern oder (dann ist es allerdings nicht mehr anonym) per Email an info@gruene-kemmern.de


 

Wie zufrieden sind Sie mit der Bürgerbeteiligung in Kemmern?

 

 

 

Um welche Themen sollte sich der neue Gemeinderat vordringlich kümmern?

 

 

 

Worauf wollen Sie in Kemmern keinesfalls verzichten? 

 

 

 

Und was finden Sie nicht so gut? Was fehlt?

 

 

 

Was würden Sie in Kemmern mit 2.500,- Euro verbessern?

 

 

 


Bitte in den Briefkasten einwerfen bei: Anne Schmitt und Thomas Ochs, Mittelstraße 6, 96164 Kemmern

URL:http://gruene-bamberg-land.de/ortsgruppen/kemmern/themen/