Bamberg. Die Sommer werden heißer, doch die Staatsregierung rechnet die Gefahr in den Städten systematisch klein – das kritisiert die Bamberger Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Sowa. Der Grund: Für die Hitze-Bewertung in Innenstädten nutzt die Regierung oft nur die Durchschnittswerte der umliegenden Landkreise. Für Bamberg hat das drastische Folgen.
„Wer die Hitze in der dicht bebauten Innenstadt mit Messwerten aus dem Umland bewertet, verweigert die Realität“, erklärt Sowa. Eine neue Anfrage der Landtags-Grünen deckt für das Jahr 2025 massive Unterschiede auf. Während die Staatsregierung für die Region im Schnitt mit 15,9 Hitzetagen* rechnet, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Stadtgebiet bereits 23 heiße Tage über 30 Grad. Die Messstation direkt in der Bamberger Innenstadt registrierte sogar 37 Hitzetage – mehr als das Doppelte des offiziellen Regierungswerts. Ähnlich verhält es sich bei den gesundheitsgefährdenden Tropennächten, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad fällt: In den Regierungsdaten tauchen sie für Bamberg kaum auf, in der Realität der City wurden 2025 jedoch zehn solcher Tropennächte gezählt.
Für Sowa ist dieser Umgang mit den Daten fahrlässig, da Hitze eine echte Gefahr für die Gesundheit von Älteren, Kindern oder Schwangeren darstellt. Zusammen mit Patrick Friedl, Sprecher für Klimaanpassung, fordert die Abgeordnete vom Freistaat endlich verbindliche Standards für hitzeresilientes Bauen – gerade bei staatlichen Gebäuden wie Schulen oder Kliniken. Mehr Begrünung und Verschattung seien längst keine Komfortfrage mehr, sondern lebensnotwendiger Gesundheitsschutz. „Die Klimakrise ist da, aber wir haben es selbst in der Hand unsere Städte lebenswert zu gestalten: Packen wir es an – Bambergs Zukunft ist grün!“, so Sowa.
* Tage mit Höchsttemperaturen von 30°C oder mehr.
Die erwähnten Daten für Bamberg finden sich hier: https://bvm-bamberg.de/projektseiten/klima
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