Mehr Naturgärten für die Region

16.09.26, Hirschaid. Am Mittwoch um 19:30 Uhr hat der GRÜNE Ortsverband Hirschaid gemeinsam mit dem Kreisverband Bamberg-Land zu einer Informationsveranstaltung zu Naturgärten eingeladen. Dafür hat Thomas Vit, Leiter der Regionalgruppe Zentralfranken des Naturgarten e. V., einen spannenden Vortrag über die naturnahe Gestaltung von Gärten gehalten.

Mit seinem Vortrag machte Thomas Vit Mut, den eigenen Garten nicht nur als Erholungsraum für Menschen, sondern auch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu verstehen. Viele kleine Naturgärten können so gemeinsam ein großes Netz an Lebensräumen bilden und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Artenvielfalt in der Region leisten.

Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Tim-Luca Rosenheimer und Ortsvorsitzenden Klaus Gehring übernahm Thomas Vit. Der Vortrag startete mit einem Überblick über den Verein. Dieser setzt sich für eine nachhaltige Gestaltung naturnaher Gärten und Grünflächen ein, die der Artenvielfalt zugutekommen. Der Verein bearbeitet das Thema seit über 40 Jahren. Neben der Projektarbeit, wie der Auszeichnung von Naturgärten, ist ihm vor allem der Bildungsauftrag besonders wichtig.

Seit den 80er-Jahren hat sich der Naturgarten e. V. zum Ziel gesetzt, Menschen für naturnahe Gärten zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie sie selbst einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können. Thomas Vit machte dabei deutlich, dass ein Naturgarten nicht mit einem ungepflegten Garten gleichzusetzen ist. Vielmehr gehe es darum, Lebensräume bewusst zu schaffen und Pflanzen auszuwählen, die einen möglichst großen Nutzen für heimische Tiere haben.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags stellte Vit zahlreiche heimische Pflanzenarten vor, die sich besonders für den Erhalt der Artenvielfalt eignen. Eine besondere Rolle spielte dabei der Natternkopf, der zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle dient. Auch wenn einzelne Gärten nur kleine Flächen darstellen, summiert sich ihre Gesamtfläche erheblich: Die Gärten und Grünflächen in Deutschland umfassen zusammengenommen deutlich mehr Fläche als die bundesweiten Naturschutzgebiete. Deshalb können auch private Gärten einen wichtigen Beitrag leisten. Vit bezeichnete sie als „Trittsteine des Lebens“, die Tieren und Pflanzen ermöglichen, sich zwischen größeren naturnahen Lebensräumen zu bewegen.

Gleichzeitig verwies Vit auf Pflanzen, die in Gärten zwar weit verbreitet sind, für die heimische Artenvielfalt jedoch problematisch sein können. Als Beispiel nannte er den Kirschlorbeer. Dessen Samen sind giftig, was insbesondere für Kinder gefährlich sein kann. Zudem können die in den Blättern enthaltenen Giftstoffe bei Regen ausgewaschen werden und in die Umgebung gelangen. Dies kann unter anderem für Amphibien wie Frösche problematisch sein und stellt damit eine zusätzliche Belastung für die Artenvielfalt dar.

Besonders anschaulich wurde der Vortrag durch die zahlreichen Fotos, die Thomas Vit von seinem eigenen Naturgarten zeigte. Darauf waren eine beeindruckende Vielfalt heimischer Tiere und Pflanzen zu sehen. Unter anderem präsentierte er Aufnahmen von Tagfaltern, tagaktiven Nachtfaltern, Schwebefliegen, verschiedenen Insekten- und Käferarten sowie zahlreichen Wildbienenarten. Die Bilder machten deutlich, wie viel Leben selbst auf kleinen Flächen entstehen kann, wenn Gärten naturnah gestaltet und gepflegt werden. Als nächstes großes Projekt steht die Schaffung der NaturOase bei der Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim an.

Die Veranstaltung zeigte damit eindrücklich, dass jeder Garten einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt leisten kann. Schon die Auswahl geeigneter heimischer Pflanzen, der Verzicht auf problematische oder invasive Arten, der Verzichte auf Pestizide und die Schaffung vielfältiger Lebensräume können dazu beitragen, dass mehr Insekten, Vögel und andere Tiere Nahrung und Rückzugsorte finden.

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